Wildschönau 20105 Uhr morgens. Die Welt ist in Ordnung. Am Bus versammelt sich eine 25-köpfige gut gelaunte, auf Spaß programmierte Truppe. Schlechtwetterprognosen? Wen juckt’s? Wir werden ein schönes Wochenende genießen, egal wie. Wozu gibt’s Hütten? Im Bus duftet es schon verführerisch nach Kaffee. Unser Busfahrer Reiner weiß schließlich, was Skifahrer lieben. Es kann losgehen! Schlafen, frühstücken, Neuigkeiten austauschen, Alle machen es sich gemütlich. „In der Rasstätte war ich schon mal!“ „Die Raststätte kenn ich auch!“ „Und in der hab ich schon mal Kaffee getrunken!“ Christina erkennt sie im Vorbeifahren alle wieder. Doch wir brauchen heute keine Raststätte. Unser Superluxusbus ist für alle Bedürfnisse ausgestattet. Sicher bringt uns Reiner ins Skigebiet. „Hurra es schneit.“ Nichts wie rein ins Schneevergnügen. Bei schönem Wetter kann jeder Skifahren. Wir können’s auch wenn Schneeflocken fallen. Die einen bis zum Abwinken, die anderen mit Hüttenpausen. Jeder darf und kann wie er mag. Wohl denen, die ihre eigenen Ski unter den Skischuhen haben. Die sind meist schon gut erzogen und man weiß, was man hat. Leihski dagegen können sich als höchst störrische Bretter entpuppen, die sich wie Backsteine unter den Füßen anfühlen und eine rasante Eigendynamik entwickeln. Hilfe eine Lawine! Mitten im Wald? Nein doch nicht, es ist nur Inge B., die den Raketenantrieb der fremdgesteuerten Latten unterschätzt hat. Wir steigern den Schwierigkeitsgrad und finden endlich mal eine schwarze Abfahrt, die ihre Farbe auch verdient hat. Supersache, so ein steiler unpräparierter Tiefschneehang. Da kommt Freudenschweiß auf! Als Belohnung für die vollbrachte Tat gönnen sich Inge&Inge im Tal einen Cappuccino. Mit Superschaum! Aber gehört da normalerweise nicht auch Kaffee rein? Nach und nach entdeckt jeder irgendwann die Rübezahlhütte. Ein Bierchen, ein Kaiserschmarrn oder einen kleinen Absacker? Ja, da verhockt sich’s leicht. Doch das Abendessen ruft! Nur noch ein paar Schwünge, da sind wir an unserem Quartier und begutachten erst mal unsere Schlafgemächer. Das Duschen wird für manche zur sportlichen Herausforderung des Tages. Wie kommt man über einen ein Meter fünfzig hohen Wannerand? Hält der Klodeckel dem Gewicht stand oder sollen wir beim Wirt eine Steighilfe anfordern? Frisch gemacht, kommt langsam aber sicher ein Hüngerchen auf. Auf in den Speisesaal! Doch was ist das? Alkoholbedingte Halluzinationen? Rokokostühle auf einer Hütte? Erstaunt sinken wir tief in die jahrhundertealten Federn und harren der Köstlichkeiten, die da kommen sollen. Zum Glück ist Didi nicht dabei. Er hätte den Anblick der unzähligen aufgetragenen Hühnerbeine sicher nur schwer verkraftet J. Doch wir bezwingen sie und verbringen den Rest des Abends nach persönlichem Gusto. Zocken, plaudern, die Bar ansteuern, alle finden ihre Beschäftigung und landen irgendwann im Bett. Am nächsten Morgen dicke Nebelsuppe vor den Fenstern. Die Motivation lässt kurzzeitig schwer zu wünschen übrig. Doch wir sind schließlich zum Skifahren hier. Oder sollen wir mal die mitgebrachten Snowblades ausprobieren? Es finden sich ein paar Mutige, die bereit sind, für die Erheiterung der Truppe zu sorgen. Mit völlig neuem Fahrgefühl sausen sie ziemlich unkontrolliert die Piste hinunter und geben eine ungewohnte Figur ab. Da kann sich selbst die Sonne das Lachen nicht mehr verkneifen und reißt den Himmel auf. Wow, hier gibt es ja eine Landschaft! Und Lifte und Pisten, die wir noch gar nicht gesehen haben. Sozusagen ein ganz neues Skigebiet! Skifahrn, a jeder ist glücklich, a jeder fühlt sich wohl! Viel zu schnell ist der Tag vorbei. Am liebsten würden wir singen: „I bleib am Montag au no da.“ Doch Schule und Job rufen. Aber die gute Laune, die sich breit gemacht hat, hält an bis Heiningen. Alle sind sich einig: „Schön war’s!“ Wer nicht dabei war, ist selber schuld. Außer Uli! Dem wünschen wir eine ganz schnelle gute Besserung und dass er schnell wieder fit ist! Wir wiederholen das, ganz bestimmt! Irgendwo irgendwann! |
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